Nils Dolf, 3. TK, Talentbereich Sport- und Eisklettern
Nils berichtet uns, wie er seinen Neustart zwischen Spitzensport und Berufsausbildung plant.
Du bist amtierender Junioren-Weltmeister im Eisklettern. Im Sommer steht ein bedeutender Neustart an. Ab August wirst du die Lehre als Netzelektriker beim EWZ in Sils i.D. beginnen.
Inwiefern bist du dir bewusst, dass mit der Lehre ein neuer Lebensabschnitt beginnt?
Ich denke das ist mir sehr bewusst. Ich profitiere in diesem Zusammenhang sehr von meinen Geschwistern, welche mir dies quasi vorleben. Ich konnte viele Dinge bei meinem Bruder abschauen, welcher ebenfalls neben der Lehre den Kletterleistungssport ausübt.
Was bleibt aus deinem Leben als Leistungssportler gleich? Wie bereitest du dich konkret auf den Lehrbeginn vor?
Was sicher gleich bleibt ist die Tatsache, dass ich weiterhin meine vorhandene Energie und Zeit außerhalb des Berufsalltags in den Sport investieren werde. Frühes Aufstehen, große körperliche Belastung, sowie wenig Zeit für anderes werden weiterhin zu meinem Alltag gehören. Meine Routinen am Abend sowie am Morgen kann ich, da ich weiterhin zuhause wohnen kann, glücklicherweise beibehalten. Ein weiterer Punkt, der bleiben wird, welchen ich als Vorbereitung jedoch noch deutlich optimieren will, ist die Erholung. Dabei will ich auf gesundes Essen, Dehnen sowie aktive Erholung und genug Schlaf noch stärker achten. Damit will ich Überbelastungen vorbeugen. Zudem habe ich vor, auf die Trainingspause im Sommer zu verzichten, um mir einen gewissen Vorsprung im Sport zu erarbeiten.
Welche Stärken aus dem Sport möchtest du in der Lehre nutzen?
Ich denke als Leistungssportler hat man in vielen Bereichen einen gewissen Vorteil gegenüber anderen Personen. Hohe Belastungen sind mir seit Jahren bekannt und somit nichts Neues. Ich habe durch den Sport gelernt, mich durch Selbstreflexion und Selbstbeurteilung stetig zu verbessern. Dadurch kann ich mir leichter selbst neue Fähigkeiten beibringen. Die Selbständigkeit an sich ist ein weiterer Punkt, welchen ich mitnehmen kann. Ich kann hart, konzentriert und ausdauernd arbeiten, auch wenn niemand zuschaut. Zudem sind Werte wie Respekt, Fairness, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit im Sport sehr großgeschrieben. Sie alle spielen in der Arbeitswelt auch eine wichtige Rolle.
Wo erwartest du die größte Veränderung? Wie gedenkst du dich anzupassen?
Bisher war der Schulalltag vor allem für den Kopf streng. So war ich fürs Training oft trotzdem körperlich sehr fit und nicht so müde. In der Lehre werde ich jedoch auch körperlich sehr gefordert sein. Vor allem im ersten Halbjahr, in welchem sich mein Körper an die noch längeren und strengeren Tage anpassen wird, werde ich das Spüren. Wie schon erwähnt will ich das mit gezielter Erholung auffangen.
Wer kann dich dabei am besten unterstützen?
Ich bin oft sehr selbständig unterwegs und bringe mir den Umgang mit Anpassungen und neue Situationen am liebsten selbst bei. Jedoch können ein paar Tipps meines älteren Bruders, welcher das 2. Lehrjahr absolviert, sowie von meiner älteren Schwester, welche die Lehre dieses Jahr abschließen wird, helfen. Natürlich können mich auch meine Eltern unterstützen, da sie sehr gut einschätzen können, was das Beste für mich ist.
Was willst du dir trotz Neustart unbedingt bewahren?
Ich will unbedingt mit dem Leistungssport weitermachen und weiterhin 100% geben. Zudem möchte ich die Freude am Sport nicht verlieren und trotz hoher Belastung auch noch ab und zu Zeit für andere Sportarten wie Skifahren oder Kitesurfen haben.
Wie planst du, deine Energie sinnvoll einzuteilen?
Ich will besser auf meinen Körper hören, um mich vor Überbelastungen und „sinnlosen“ Trainings zu schützen. Dabei will ich die Trainings effizienter gestalten und wie bereits erwähnt, sportspezifischer trainieren. Zudem möchte ich vor allem am Wochenende Raum für effiziente Regeneration schaffen.
Woran wirst du erkennen, dass dir dein Neustart gelungen ist, und du eine gesunde Balance gefunden hast?
Für einen gelungenen Neustart muss ich im Sport weiterhin Fortschritte erzielen, sowohl in der Kraft als auch in der Technik. Ein weiteres Zeichen, dass mir der Start geglückt ist, ist meine allgemeine Zufriedenheit und die Freude am Sport. Für einen geglückten Start darf die mentale sowie die körperliche Belastung auch nicht zu hoch werden. Ich denke dies alles wird sich auch gut in Resultaten an Wettkämpfen oder in Prüfungen an der Berufsschule widerspiegeln.
Wie lautet dein Ratschlag an dich, um zu einem guten Gelingen möglichst viel beizutragen?
Ich muss mir selbst Zeit geben, um mich anzupassen. Eine derart große Veränderung wird am Anfang hart und schwierig sein. Ich darf nicht sinnlose Extratrainings machen und verzweifelt versuchen, meine Leistungen zu halten. Alles kommt mit der Zeit.
Vielen Dank Nils für dieses sehr interessante Gespräch. Es waren uns eine Freude dich während der letzten drei Jahre an der Talentschule begleiten zu dürfen und deine Entwicklung hautnah mitzuerleben. Für deinen weiteren Weg wünschen wir dir von Herzen alles Gute. Mach weiter so.