Chiara ist amtierende U-14 Schweizer Meisterin im Langlauf. Gleichzeitig erfüllt sie auch die Limiten im Speerwurf und über 600 Meter. Wie sie damit umgeht und wo sie Chancen und Grenzen sieht, erzählt sie im Interview.
Im Winter bist du auf den Loipen anzutreffen, im Sommer trainierst du Leichtathletik am Nationalen Leistungszentrum Ostschweiz.
Was macht dir aktuell am meisten Freude daran, Leichtathletik und Langlauf zu kombinieren?
Mir macht vor allem die Abwechslung Spass. Ich habe fast jeden Tag neue Reize im Training. Das hält mich motiviert und ich bleibe neugierig. Es wird nie eintönig. Genau das gefällt mir im Moment sehr.
Welche konkreten Ziele verfolgst du im Moment in beiden Sportarten?
In der Leichtathletik möchte ich die Limiten für die Schweizer Meisterschaften erfüllen. Im Speerwurf brauche ich noch eine klare Steigerung, etwa 20 Prozent. Über 600 Meter bin ich schon sehr nahe dran. Im Langlauf ist mein Ziel, national mithalten zu können. Ich möchte mich dort Schritt für Schritt nach vorne arbeiten.
Was lernst du im Moment in der Leichtathletik, das dir im Langlauf hilft? Und was nimmst du aus dem Langlauf für die Leichtathletik mit?
Im Langlauf baue ich viel Kraft und Ausdauer auf. Diese Basis hilft mir auch in der Leichtathletik, vor allem bei den Würfen. Umgekehrt lerne ich in der Leichtathletik Bewegungsgefühl und Technik. Das unterstützt mich auch im Langlauf. Die Wettkampfvorbereitung ist in beiden Sportarten unterschiedlich, daraus nehme ich viel mit.
Wo spürst du aktuell klare Vorteile durch diese Vielseitigkeit?
Ich bin sehr motiviert, weil ich immer wieder neue Impulse bekomme. Die Abwechslung gibt mir Energie. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich ständig wiederhole. Das hilft mir auch mental. Ich gehe oft frischer ins Training.
Wo merkst du im Alltag, dass sich die beiden Sportarten auch in die Quere kommen?
Die Trainingszeiten sind manchmal schwierig zu koordinieren. Meine Tage sind oft sehr voll. Ich muss gut planen, damit alles aufgeht. Manchmal wird es auch körperlich anstrengend. Dann ist Erholung besonders wichtig.
Wie entscheidest du im Moment, worauf du deinen Fokus legst?
Ich richte mich stark nach der Saison. Im Winter liegt der Fokus klar auf dem Langlauf. Im Sommer bekommt die Leichtathletik mehr Gewicht. Insgesamt tendiere ich aktuell etwas mehr zum Langlauf. Das fühlt sich im Moment richtig an.
Hast du manchmal das Gefühl, dass du dich verzettelst oder zu viel gleichzeitig machst?
Eher nicht. Ich sehe vor allem den Gewinn aus beiden Sportarten. Ich lerne viel und entwickle mich breit. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Bis jetzt funktioniert es für mich gut.
Was sagen deine Trainer zu deiner Kombination, unterstützen sie dich oder fordern sie mehr Fokus?
Ich bekomme von beiden Seiten volle Unterstützung. Die Trainer sehen die Vorteile der Kombination. Sie helfen mir, die Belastung gut zu steuern. Das gibt mir Sicherheit. Ich kann mich auf sie verlassen.
Wo siehst du für dich Chancen, wenn du beide Sportarten weiter kombinierst?
Ich kann vielseitig bleiben und mich in mehreren Bereichen entwickeln. Mir wird es nicht so schnell langweilig. Ich glaube, dass ich dadurch auch langfristig motiviert bleibe. Das ist für mich ein grosser Vorteil. Ich geniesse diese Phase.
Wo siehst du mögliche Risiken für deine Entwicklung in den nächsten Jahren?
Ein Risiko ist, dass mir ein klarer Fokus fehlt. Andere spezialisieren sich stärker und könnten schneller Fortschritte machen. Irgendwann muss ich vielleicht eine Entscheidung treffen. Das gehört zum Weg dazu. Im Moment beobachte ich das bewusst.
Was hilft dir aktuell, Schule, Training und Erholung gut zu verbinden?
Die Talentschule hilft mir sehr mit angepassten Stundenplänen. Ich bekomme Unterstützung im Alltag. Gute Planung ist für mich entscheidend. Ich achte auch bewusst auf genügend Schlaf. Das macht einen grossen Unterschied.