Andrina besucht die erste Klasse der Talentschule Surselva. Für den Wechsel von Disentis nach Ilanz traf sie eine wichtige Entscheidung. Sie wollte sich im Langlauf und im Fussball weiterentwickeln und gleichzeitig Neues lernen. Im Interview erzählt sie vom neuen Schulalltag, von ihren beiden Sportarten und davon, was sie durch diesen Schritt über sich selbst gelernt hat.
Warum hast du dich entschieden, von Disentis nach Ilanz in die Schule zu gehen?
Ich wollte mich im Sport weiterentwickeln, Neues lernen und an den neuen Aufgaben wachsen. Die Talentschule gibt mir dafür gute Möglichkeiten.
Wer oder was hat dir bei dieser Entscheidung am meisten geholfen?
Meine Eltern haben mich sehr unterstützt. Auch mein Bruder hat mir geholfen, weil er die Schule bereits kannte und es ihm hier sehr gut gefallen hat. Dadurch wusste ich besser, was mich erwartet.
Gab es vor dem Wechsel auch Zweifel oder Sorgen?
Ich hatte nur wenige Zweifel. Ich fragte mich aber, ob ich neue Freunde finden würde und ob ich in der Schule und im Sport gut genug bin. Ausserdem wusste ich nicht genau, ob ich bei diesem vollen Alltag immer mithalten kann.
Was hat sich durch den Wechsel nach Ilanz in deinem Alltag verändert?
Ich bin viel weniger zu Hause und sehe meine Familie meistens erst am Abend. Für einen Weg brauche ich mit dem Bus oder dem Zug etwa 35 bis 45 Minuten. Je nach Training komme ich zwischen sieben Uhr und halb neun nach Hause. Dadurch sind meine Tage länger und ich muss mich gut organisieren.
Was gefällt dir an deiner neuen Schule besonders gut?
Mir gefallen die zusätzlichen Sportmöglichkeiten und die Trainingsfenster. Ausserdem habe ich neue Freunde gefunden.
Was vermisst du manchmal an deiner früheren Schule oder an deinem Alltag in Disentis?
Manchmal vermisse ich meine alten Freunde. Sonst passt der neue Alltag für mich gut.
Langlauf und Fussball sind sehr unterschiedliche Sportarten. Was gefällt dir an jeder Sportart?
Am Fussball gefällt mir besonders, dass ich Teil eines Teams bin und wir gemeinsam spielen. Beim Langlauf geniesse ich die Natur und dass ich draussen unterwegs bin.
Gibt es Momente, in denen du dich zwischen Langlauf und Fussball entscheiden musst? Wie gehst du damit um?
Manchmal überschneiden sich die Trainings. Dann plane ich nach Jahreszeit. Im Frühling und Sommer konzentriere ich mich stärker auf den Fussball. Im Herbst und Winter bekommt der Langlauf mehr Platz.
Musst du wegen des Sports manchmal auf etwas verzichten? Wie fühlt sich das für dich an?
Mir fehlt manchmal Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Auch ruhige Momente sind eher knapp. Wenn es möglich ist, verbinde ich das Training mit gemeinsamer Zeit mit meiner Familie. Mit meinen Freunden bleibe ich oft über Nachrichten in Kontakt.
Welche Folgen deiner Entscheidung waren dir vorher bewusst, und welche hast du erst später bemerkt?
Ich wusste, dass viel Sport anstrengend sein würde. Im Kopf war mir das klar, aber mein Körper musste sich zuerst an die Belastung gewöhnen. Auch die Hausaufgaben neben Schule, Training und langen Wegen sind anspruchsvoller, als ich vorher gedacht hatte.
Hast du seit dem Schulwechsel etwas über dich gelernt, das du vorher noch nicht wusstest?
Ich habe mehr Selbstvertrauen gewonnen. Ich habe gelernt, Zweifel zu überwinden und auch anstrengende Tage auszuhalten. Ausserdem kann ich heute besser mit Druck umgehen.
Was hilft dir, wenn du heute eine schwierige Entscheidung treffen musst?
Mir hilft es, positiv zu denken. So konzentriere ich mich stärker auf die Möglichkeiten und weniger auf meine Zweifel.
Was würdest du einem Kind sagen, das vor einem ähnlichen Schritt steht und noch unsicher ist?
Ich würde eine Liste mit den Vor- und Nachteilen machen und danach auf mich selbst hören. Man muss sich trauen, einen neuen Weg zu gehen. Wichtig ist, dass man nicht einfach vor etwas Altem davonläuft, sondern bewusst etwas Neues erreichen möchte.