Zweimal verletzt, einmal neu begonnen

Unter dem Titel: „
Zweimal verletzt, einmal neu begonnen“ haben wir mit 
Ron über Geduld, Vertrauen und den Weg zurück auf den Schnee gesprochen.

Du hast dir im März 2025 beim Skifahren Schien- und Wadenbein gebrochen. Nach knapp vier Monaten wurden dir die Platten entfernt, und kurz darauf hast du dir bei einer Bewegung dieselben Brüche erneut zugezogen.

Dein Alltag hat sich durch die Verletzungen radikal verändert. Welche Routinen haben dir in dieser Zeit Struktur gegeben?

Viel nach Draußen an die frische Luft gehen, um regelmäßig die Zirkulation anzuregen. Anfangs sicher auch bewegen und durchbluten. Ich habe mir auch oft Gedanken über den vergangenen Sturz gemacht, damit ich ihn gut verarbeiten und akzeptieren konnte.

Was hat dir geholfen, beide Situationen einzuordnen?

Darüber zu sprechen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, Ich habe auch mit Stolz daran gedacht, was ich bereits erreicht hatte. Ich habe mir meinen ehemaligen Alltag vorgestellt und die Planung in Angriff genommen, wie ich die Vorbereitung und die Rückkehr angehen werde.

Was war mental anspruchsvoller, der erste oder der zweite Bruch?

Spontan würde ich sagen der zweite Bruch. Die Saison rückte damit in weite Ferne. Wenn ich aber an den Augenblick des Geschehens denke, dann war es beim ersten Mal fast schlimmer. Das zweite Mal wusste ich, was los war. Prinzipiell fand ich aber beide sehr anspruchsvoll zu akzeptieren.

Ich gehe davon aus, dass du heute bereits gerne wieder auf den Skiern stehen würdest. Was hilft dir, geduldig zu bleiben?

Ich bin nach Weihnachten zum ersten Mal wieder auf die Skier gestanden. Ich taste mich langsam wieder an das alte Gefühl heran. Das Wissen, dass wenn ich jetzt gut Sorge trage, dann kann ich in der nächsten Saison wieder voll angreifen, das hilft mir dabei geduldig zu bleiben.

Wie sieht deine Vorbereitung auf die Rückkehr aktuell aus?

Ich habe wöchentliche Physio Termine in Ilanz oder Chur. Dazu mache ich Krafttraining mit dem Verein, gehe am Wochenende Skifahren oder nutze das Polysport Fenster der Schule am Dienstagvormittag. Auch gehe ich wie bereits gesagt mit Begleitung, meistens mit meiner Familie zum Skifahren. Natürlich besuche ich auch den Polysport Unterricht und arbeite an meiner Rumpfstabilität.

Welche Signale nimmst du heute anders wahr als vor der Verletzung? Und wie gehst du damit um?

Es ist aktuell schon noch so, dass ich nach langer Belastung noch Schmerzen verspüre. Ich bin noch sehr stark darauf angewiesen, Pausen zu machen.

Gibt es etwas, das du aus dieser Zeit unbedingt mitnehmen willst?

Ich habe gelernt, dass ich alles auf längere Sicht betrachten möchte. Das erfordert zum Teil vielleicht etwas Geduld. Dabei hat es mir geholfen, wenn ich mein Ziel in den Fokus gerückt habe, um geduldig zu bleiben. Manchmal ist in diesem Zusammenhang auch weniger mehr. Ich habe auch erkannt, dass das Bauchgefühl etwas sehr Wichtiges ist. Ich werde zukünftig mehr darauf hören.

Was bedeutet für dich heute ein gelungener Neustart?

Nicht gleich Vollgas in das Neue starten. Lieber etwas langsamer angehen, dafür weitsichtig und überlegt. Wenn man diesen Mut gefunden hat und mental frei ist, sich vertraut, dann kann man sorgfältig am Neustart arbeiten.

Was würdest du jemandem sagen, der sich gerade verletzt hat und mehrere Monate ausfallen wird?

Wenn man nicht zu viel «verkopft» geht es besser. Viel darüber sprechen, um es loslassen zu können und Vertrauen zu bekommen. Ganz wichtig ist es aus Fehlern zu lernen.

Danke Ron für deine Zeit. Wir freuen uns mit dir, dass du diese Phase so vorbildlich gemeistert hast und nie den Mut und die Positivität verloren hast. Wir wünschen dir noch ganz viele tolle Skitage.